KochbuchveganVeganismus

Josita Hartanto: Vegan genial in 15 Minuten. NeunZehn (Adrian & Wimmelbuchverlag), Berlin 2021

Vielfältiges Kochbuch mit ein paar Einschränkungen

Die Hälfte unserer vierköpfigen Familie ernährt sich inzwischen vegan oder überwiegend pflanzlich. Vegane Kochbücher sind daher immer eine willkommene Gelegenheit, das eigene Repertoire zu erweitern und neue, leckere Mahlzeiten zu entdecken. Da ich selbst nur sehr ungern koche, freue ich mich besonders über Bücher mit One-Pot-Gerichten oder schnellen, unkomplizierten Rezepten.
Vegan genial in 15 Minuten von Josita Hartanto verspricht eine leichte und zugleich hochwertige Küche. Die Vielfalt der Rezepte ist groß, allerdings sind nicht alle Gerichte bei uns so gelungen, wie wir es uns erhofft hatten – oder wie es die Bilder im Buch vermuten ließen.

Die Autorin

Josita Hartanto (geboren 1981) betreibt das Restaurant „Lucky Leek“ im Berliner Prenzlauer Berg, das als eines der besten veganen Restaurants Deutschlands gilt. Sie absolvierte eine klassische Kochausbildung im Hotel Steigenberger in Berlin und arbeitete anschließend in verschiedenen Stationen als Köchin.
2010 übernahm sie die Position der Küchenchefin im ersten rein veganen Restaurant Berlins, „La Mano Verde“. 2011 eröffnete sie schließlich ihr eigenes Restaurant am Kollwitzplatz. Das „Lucky Leek“ wird seit 2014 im Guide Michelin geführt.
Neben Vegan genial in 15 Minuten (2021) veröffentlichte sie bereits Vegan genial: aufregend anders kochen (2013) sowie Vegan schnell schnell: genial einfach, einfach genial (2014).

© NeunZehn (Adrian & Wimmelbuchverlag)

Inhalt

„Wie verschaffe ich mit Genuss, Lebensfreude und Entspannung beim täglichen Kochen? Diese Frage stand am Beginn dieses Buchprojektes. Die vegane Spitzenköchin Jopsita Hartanto hat unter dieser Prämisse über 100 frische und abwechslungsreiche Rezepte zusammengestellt, die man schnell und ohne großen Aufwand täglich zubereiten kann. Rein pflanzlich genial einfach – einfach genial.“ (Klappentext)

Gedanken zum Kochbuch

Auf dem Cover sehen wir die Autorin und Köchin, die uns mit über 100 Rezepten auf gut 220 Seiten versorgt. An ihrer Seite ein Korb voller Gemüse – ein klarer Hinweis auf die pflanzliche Ausrichtung des Buches.

Neben einem Vorwort der Autorin gibt es auch eines von Udo Taubitz (Kinderbuchautor und Schreibtrainer). Im anschließenden Intro erfährt man, dass alle Rezepte für zwei Personen konzipiert sind. Diese Information hätte ich mir direkt bei den Rezepten gewünscht, da ich die einleitenden Seiten in Kochbüchern ehrlich gesagt selten ausführlich lese. Es folgt ein Glossar, damit alle Leserinnen und Leser auf dem selben Wissensstand starten. Vor dem Rezeptteil gibt es zudem hilfreiche Seiten zu Gewürzen, Pasten, Ölen und Soßen – das hat uns besonders gut gefallen. Das Buch ist in die Kapitel „Vorspeisen“, „Für den großen Hunger“ und „Desserts“ unterteilt. Im Anhang finden sich Register, Danksagung und Platz für eigene Notizen.

Ein großes Manko ist leider die sehr starke Bindung des Hardcover Buches. Es bleibt einfach nicht von alleine offen liegen und nicht mal ein Buchhalter wurde Herr der Lage, naja, erst als ich das gesamte Teil einfach auf das offene Buch gelegt habe, blieb es offen liegen (siehe Collage oben). Für ein Kochbuch, das in der Küche genutzt wird, ist das äußerst unpraktisch, besonders wenn man beim Kochen nicht ständig mit klebrigen Händen die Seiten festhalten möchte.

Die Rezepte selbst sind sehr vielfältig. Obwohl wir bereits einige vegane Kochbücher besitzen, konnten wir hier viele neue Inspirationen entdecken. Die Zubereitung ging meist recht schnell und unkompliziert, allerdings entsprachen die Ergebnisse nicht immer den Erwartungen, die die Fotos geweckt haben. Beispielsweise die Grießnocken mit kalter Mandel-Tomatensauce: Laut Rezept enthalten die Nocken keine Kräuter (wie auf dem Foto im Buch abgebildet) – diese hätten wir uns jedoch gewünscht, um geschmacklich mehr Tiefe zu erreichen. Auch die Sauce war bei uns eher bräunlich statt rot und traf nicht ganz unseren Geschmack.

Das Süßkartoffel-Curry mit Nudeln war hingegen sehr lecker, wenn auch nicht ganz so unkompliziert in der Zubereitung – insbesondere im Umgang mit den Udonnudeln und – in unserem Fall – bei doppelter Menge.

Die Zitronen-Gnocchi mit roten Zwiebeln, grünen Bohnen und Minze haben uns ebenfalls gut geschmeckt. Mit frischen Bohnen wären sie optisch und geschmacklich sicher noch besser gewesen, aber saisonal war das bei uns leider nicht möglich.

Besonders gelungen fanden wir die Kartoffelrösti sowie den dazu gereichten Rotkohlsalat – auch wenn man Rotkohl unserer Meinung nach eher schneidet als raspelt – wie es im Rezept empfohlen wird. Die Orangencreme hingegen wurde bei uns weder richtig cremig noch schmeckte sie intensiv nach Orange. Sie erinnerte eher an einen nicht optimal abgeschmeckten Hummus.

Bei den Desserts entschieden wir uns für die Matcha-Kokoskugeln. Sie sind vermutlich Geschmacksache: Unsere Tochter mochte sie nicht besonders, mein Mann und ich hingegen schon. Überraschend für mich, da ich normalerweise kein großer Fan von Süßigkeiten mit Walnüssen bin.

Fazit

Vegan genial in 15 Minuten ist ein buntes, vielseitiges Kochbuch mit einigen kreativen Ideen. In der praktischen Handhabung – insbesondere durch die feste Bindung – gibt es jedoch klare Schwächen. Zudem wirken einige Fotos ansprechender als das, was letztlich auf dem Teller landet.
Mit etwas Auswahl und Anpassung lassen sich jedoch durchaus leckere Gerichte finden, sodass das Buch insgesamt eine solide Ergänzung für die vegane Küche darstellt – wenn auch nicht ohne kleine Einschränkungen.

Josita Hartanto
Vegan genial in 15 Minuten
224 Seiten
ISBN 978-3-942491-86-0

*Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.*

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