Jenny Valentine: Ich bin Joy. dtv, München 2022

Eine süße, kleine Geschichte für zwischendurch!

In Ich bin Joy von Jenny Valentine steht ein tolles, offenherziges Mädchen im Mittelpunkt. Sie erzählt ihre Geschichte, nachdem sie gerade mit ihrer Familie umgezogen ist und zum ersten mal ein sesshaftes Leben führt. Was das alles für das sonst so lebensbejahende Mädchen mit sich bringt und wie sie mit dieser neuen Situation zurecht kommt, das erfahren wir hautnah in diesem schlanken 200 Seiten Buch.

Die Autorin und die Illustratorin

Jenny Valentine (geboren 1970) ist eine englische Autorin. Sie schreibt Kinder- und Jugendbücher, welche mehrfach ausgezeichnet wurden. Sie erschienen außerdem in 19 Ländern.
Claire Lefevre studierte Illustration an der Universität Portsmouth. Sie lebt mit ihrer Familie und zahlreichen Tieren zusammen.

© dtv Verlagsgesellschaft 

Inhalt

„Hallo, ich bin Joy Applebloom, alle sagen, ich bin gut darin, noch am finstersten Himmel einen Silberstreifen zu entdecken.
Aber im Moment ist das gar nicht so einfach: Wir sind gerade bei meinem Großvater eingezogen, und zum ersten Mal gehe ich in eine richtige Schule. Ich möchte wirklich gerne Freunde finden, aber ich bin mir nicht sicher, wie ich das am besten anstelle. Und dann ist da noch die wunderschöne alte Eiche in der Mitte des Schulhofs, die gefällt werden soll. Das darf ich auf gar keinen Fall zulassen!“
(Klappentext)

Kritik und Fazit

Die Farben des Covers leuchten einem direkt entgegen und versprechen ein sonniges und fröhliches Buch. Joy sieht darauf wie ein bunter Paradiesvogel aus und man kann ihr direkt ansehen, dass sie immer vom Besten im Leben ausgeht. Sie steht auf dem Titel vor einem gelben Himmel mit Wolken im Hintergrund. Den Titel scheint sie zum Teil selbst geschrieben zu haben, denn sie hält in einer Hand einen Pinsel, von welchem blaue Farbe in einen Farbeimer tropft.

Der Schreibstil der Autorin ist recht einfach gehalten und damit gut verständlich. Sie benutzt dabei eine unheimlich bildreiche Sprache, wie den Fisch auf dem Trockenen, das Eichenblatt mit seinen Stummelfingern, das Potenzial, welches einem unendlichen Regenbogen gleicht oder der Silberstreifen am Schulhimmel, den sie sucht um der ganzen Situation noch etwas Positives abgewinnen zu können. Ein bisschen zu einfach war meines Erachtens die Wiedergabe der wörtlichen Rede gehalten. Es häuft sich einfach zu sehr die Kombination „er/sie sagt“.

Freigeist Joy wird in ihrer neuen Heimat extrem eingeengt. Zum einen muss sie ihre Denkweise stark umstellen, da ihre Familie nie richtig sesshaft gewesen ist. Wenn Joy also in der Vergangenheit mal irgend etwas nicht ganz so gut gefallen hatte, konnte sie sich damit trösten, dass es ja nicht all zu lange andauern wird. Zum anderen ist sie nie in eine Schule gegangen, sondern wurde immer von ihrem Vater unterrichtet. Nun trifft sie allerdings auf eine extrem strenge und unnachgiebige Lehrerin, die mit Joys Naturell nicht zurechtkommt. Denn Joy ist quierlig, fröhlich, freundlich, optimistisch, offen und mitteilsam. Mit ihrer Art eckt sie bei der Lehrerin an. Das Schulsystem im Allgemeinen schränkt sie unheimlich in ihrer Individualität ein. Das, was sie alles nicht so gut kann, scheint der Lehrerin wichtiger, als das, was sie kann. So droht Joy zum ersten Mal in ihrem Leben unglücklich zu werden. Hier wird also ganz klar auch das Schulsystem in Frage gestellt.

In den verschiedenen Ländern, in welchen Joy bisher gelebt hat, hatte sie außerdem nie Schwierigkeiten, neue Freunde zu finden. Auch das ist anders in England. Vor allem auch, da die gesamte Klasse von der strengen Lehrerin so dermaßen unter Druck gesetzt wird, dass ihre Mitschüler lieber schweigen, als mit der Neuen in Kontakt zu treten. Das fröhliche Mädchen Joy muss also mit vielen Dingen fertig werden und nur bei der großen, dicken Eiche auf dem Schulhof kann sie wieder frei atmen.

Ich bin Joy ist eine schöne Geschichte über gesellschaftliche Konventionen, die Unterdrückung der Individualität unserer Kinder im schulischen System, über Freundschaft und den Mut für seine Vorstellungen und Überzeugungen einzustehen. Und im schlimmsten Kampf, kommt es sogar vor, dass Feinde zu Unterstützern werden.

Jenny Valentine
Ich bin Joy
208 Seiten
ab 9 Jahren
ISBN 978-3-423-64094-7

*Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.*

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