Aniela Ley: #London Whisper – Als Zofe ist man selten online. dtv, München 2022

Zeitreise durch den Spiegel!

Wer meinen Blog schon ein wenig länger verfolgt, der weiß, dass ich ein Fan von Zeitreise Romane bin. Ich habe mich also sehr gefreut mit #London Whisper – Als Zofe ist man selten online endlich mal wieder eine Zeitreise erleben zu dürfen. Schon das Cover ist ein wahrer Traum und Fans des viktorianischen Zeitalters beziehungsweise der Romantik werden Freude an diesem Jugendbuch haben. Zoe erlebt eine aufregende Zeit, wie sie damals sicherlich hätte passiert sein können und auch der Leser lernt einiges über die Gepflogenheiten der Londoner Gesellschaft jener Zeit und besonders der Probleme, mit denen Frauen damals zu kämpfen hatten.

Die Autorin

Aniela Ley hatte bereits als Kind eine große Leidenschaft für Bücher und tauchte in einige fantastische Welten ein. Inzwischen ist sie Autorin und konnte selbst einige Welten erschaffen und Geschichten erzählen.

© dtv Verlagsgesellschaft 

Inhalt

„Ein Austauschjahr in London – besser kann ihr Leben nicht werden, meint Zoe. Doch dann wacht sie nach einer Party auf und ist plötzlich im Jahr 1816 gelandet, als Dienstmädchen der schüchternen Miss Lucie! Und die hat eine Heidenangst vor ihrem Debüt bei der Ballsaison. Aber keine Sorge, Zoe weiß Rat. Der erste Ball naht, Zoe lässt Miss Lucie erstrahlen und trifft dort auf den jungen Lord Falcon-Smith. Wie sich herausstellt, ist er ebenfalls ein Zeitreisender. Um wieder in ihre Zeit zurückzukehren, müssen die beiden notgedrungen zusammenarbeiten …“ (Klappentext)

Kritik und Fazit

Wie bereits oben erwähnt, wurde beim Cover mein Geschmack absolut getroffen. Es ist farbgewaltig und mit Schimmerfolie versehen. Einzelne Details, wie der Bezug auf London durch Big Ben und die Liebesthematik Mithilfe der Rosen wurden in das Bild eingeflochten. Doch im Zentrum steht eine junge Frau in einem wunderschön weit fallenden Kleid, ihr scheint ein Smartphone aus der Hand zu gleiten. Die verwischten Ränder wiederum können die Zeitreise und die damit verbundenen Schwierigkeiten symbolisieren. Die Farbwahl ist auch sehr auffällig und bleibt im Gedächtnis.

Aniela Ley hat einen lockeren und dem Alter angemessenen Schreibstil. Die Story wird komplett aus Zoes Sicht geschildert. Zoe selbst ist ein mutiges und selbstbewusstes Mädchen, welches in ihrem wahren Leben einen Instagram Account führt und darauf Mädchen mit ihren alltäglichen Problemen auf fröhliche Art und Weise hilft. Sie ist eine gute Freundin, immer stets zur Stelle und vergisst in der Vergangenheit immer wieder, sich um ihr eigenes Problem, nämlich ihre Rückreise, zu kümmern.

Und hier ist eigentlich der einzige Kritikpunkt, den ich an der Story habe. Zoe geht so sehr in ihrer Rolle auf, dass es wirklich schön ist, das mitzuerleben. Allerdings geht sie so locker damit um, in der Vergangenheit gelandet zu sein, dass es mir eher unglaubwürdig vorkommt. Jeder würde doch, zumindest nachdem er so lange Zeit in der Vergangenheit ist, dass ein Traum ausgeschlossen ist, versuchen, den Weg zurück in die eigene Zeit zu finden. Das verliert sie aber immer wieder aus den Augen bzw. sie bemüht sich wochenlang nicht darum. Erst als Hayden auftaucht, reißt sie sich hin und wieder zusammen, um diesem Mysterium auf den Grund zu gehen.

Mit diesem Roman bekommt der Leser einen super Einblick in das Leben um 1816 herum und Zoe bringt ganz viel frischen Wind in diese Welt. Mit ihren Ratschlägen an Miss Lucie und ihren Whisper Whisper Briefen werden gleichzeitig viele wichtige Dinge angesprochen und Methoden beschrieben, die auch in der heutigen Zeit noch hilfreich sein können.

#London Whisper – Als Zofe ist man selten online ist ein schöner Auftakt einer neuen Zeitreise-Dilogie. Viele wichtige Themen zum Frauenbild in der Gesellschaft werden aufgegriffen und die Protagonisten sind absolut sympathisch. Im Oktober erscheint der zweite und somit finale Band der Reihe und ich bin schon sehr auf #London Whisper – Als Zofe tanzt man selten (aus der Reihe) gespannt.

Aniela Ley
#London Whisper – Als Zofe ist man selten online
336 Seiten
ab 12 Jahren
ISBN 978-3-423-76369-1

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