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Anna Benning: To Love a God (Götterlicht-Trilogie Band 2). Fischer Sauerländer GmbH, Frankfurt am Main 2025

Wenn Liebe auf Vergessen trifft

Nach dem grandiosen Auftakt konnte ich es kaum erwarten, nach Silver City zurückzukehren – und doch habe ich den Moment, das Buch endlich aufzuschlagen, eine ganze Weile hinausgezögert. Die Geschichten von Anna Benning sind für mich immer so unheimlich ergreifend, dass ich jedes Mal mit einer gewissen Angst beginne; man weiß einfach, dass sie das eigene Herz nicht ungeschoren davonkommen lässt. Hat man aber erst einmal begonnen, kann man ihre Bücher einfach nicht mehr aus der Hand legen. So auch bei To Love a God, dem zweiten Teil ihrer Götterlicht-Trilogie.

Die Autorin

Anna Benning (geboren 1988) studierte Literaturwissenschaft. Nach ihrer Tätigkeit als Buchrezensentin und Aushilfsbuchhändlerin, begann sie 2013 für einen Verlag zu arbeiten. Inzwischen hat sie ihre eigenen Buchreihen zu Papier gebracht. Vortex – Der Tag, an dem die Welt zerriss war ihr Debüt und der Auftakt einer Future-Fantasy-Trilogie. Teil 2 Vortex – Das Mädchen, das die Zeit durchbrach erschien ebenfalls 2020. Teil 3 Vortex – Die Liebe, die den Anfang brachte wurde 2021 veröffentlicht. Im August 2022 erschien der Auftakt einer weiteren Fantasy-Trilogie: Dark Sigils – Was die Magie verlangt. 2023 folgte Dark Sigils – Wie die Dunkelheit befiehlt und zu guter Letzt Dark Sigils – Wen das Schicksal betrügt (2024). 2025 erschien der erste Band ihrer neusten Romantasy-Reihe To Tempt a God sowie Band zwei der Reihe: To Love a God.

© Fischer Sauerländer GmbH

Inhalt

Nach ihrer Flucht aus dem Divine District kehrt Aurora nach Silver City zurück, die weiterhin unter Galadons grausamer Schreckensherrschaft leidet. Sie folgt Colden, der entschlossen ist, den Tyrannen in einem riskanten Kampf auf Leben und Tod herauszufordern. Inmitten von Intrigen und Feinden muss Aurora jedoch erkennen, dass die größte Gefahr von Colden selbst ausgeht. Seine fehlenden Erinnerungen und sein daraus resultierendes, rücksichtsloses Streben nach Rache bedrohen am Ende ihre beider Leben.

Gedanken zur Romantasy

Auch dieser zweite Band ist wieder eine unheimlich liebevoll und detailreich gestaltete Ausgabe. Nach gold folgt nun Silberblau mit blutroten Elementen. Das Cover bleibt dem Stil treu und fängt das Setting zwischen Licht und Dunkelheit perfekt ein. Während beim ersten Band die Farbe Blau im Farbschnitt dominierte, besticht diese Ausgabe durch ein rotes Design, das das Sonnensymbol vervollständigt. Unter dem Schutzumschlag überzeugt erneut die Marmor-Optik, und das Page-Overlay lässt die Verbindung zwischen Aurora, Colden und einem mysteriösen Ebenbild von ihm lebendig werden.

Inhaltlich schlägt die Autorin leisere, aber dafür umso intensivere Töne an. Gefühlt passiert weniger äußere Action als im Vorgänger, doch das geht keineswegs auf Kosten der Spannung. Stattdessen rücken die inneren Konflikte lange Zeit in den Fokus. Im Zentrum steht die existenzielle Frage: Wer ist man eigentlich noch, wenn einem Jahre der Erinnerungen fehlen?

Coldens Kampf mit seiner eigenen Identität und die Lücken in seiner Vergangenheit machen ihn zu einem noch tragischeren Helden. Vor allem da wir die Geschichte aus beiden Perspektiven erzählt bekommen, lässt das uns Leser:innen tief in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten blicken. Diese psychologische Tiefe verleiht der Geschichte eine ganz neue Ebene der Melancholie. Aurora muss sich währenddessen fragen, wie viel sie bereit ist zu opfern, um jemanden zu retten, der sich selbst nicht mehr kennt und nur noch auf Rache sinnt.

Wer beim Lesen denkt, die Handlung ließe sich leicht durchschauen, wird immer wieder eines Besseren belehrt. Anna Benning beweist, dass sie vor nichts zurückschreckt, um ihre Leser zu überraschen – und emotional komplett fertig zu machen. So fühlt man sich in keiner Szene sicher, sondern ists stets auf der Hut vor dem nächsten dramatischen Einschnitt. Es gibt unvorhersehbare Wendungen und Twists und die Autorin spielt geschickt mit den Erwartungen ihrer Leser:innen.

Fazit

To Love a God ist eine würdige Fortsetzung, die zwar weniger auf physische Auseinandersetzungen, dafür aber auf eine enorme emotionale Zerstörungskraft setzt. Meine anfängliche Angst vor dem Leseschmerz war absolut berechtigt. Die ACOTAR-Vibes sind inzwischen weniger spürbar, da die Reihe eine ganz eigene, düstere Dynamik entwickelt. Ein Roman über Identität, Verrat und die schmerzhafte Wahrheit, dass Liebe allein manchmal nicht ausreicht. Wer bereit ist, sein Herz von Anna Benning in tausend Stücke reißen zu lassen, sollte dieses Buch unbedingt lesen! Ab 7. Oktober 2026 erfahren wir dann wie die Geschichte um Aurora und Colden ihren Ausweg findet.

Anna Benning
To Love a God
(Götterlicht-Trilogie Band 2)
512 Seiten
ab 16 Jahren
ISBN 978-3-7373-4404-3

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