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Lilly Lucas: New Memories. Knaur Verlag München 2026

Zurück in Green Valley: Zwischen alten Erinnerungen, Herzschmerz und Wohlfühlzauber.

Als ich 2023 mit New Wishes das erste Mal in die zauberhafte Welt von Lilly Lucas eingetaucht bin, war es sofort um mich geschehen: Seither habe ich ausnahmslos jeden ihrer zusetzt erschienenen Romane verschlungen – nur der dritte Hawaii Love-Band fehlt mir noch zur Vollendung. Auch ihr neuster Roman New Memories ist wieder einmal ein absolutes Wohlfühlbuch, das dank seiner angenehmen Atmosphäre perfekt dazu einlädt, den Alltag komplett hinter sich zu lassen, tief durchzuatmen und sich einfach fallen zu lassen.

„Das Schweigen zwischen uns hielt weiter an, hatte nur den Raum gewechselt.“ (Seite 123)

Die Autorin

Lilly Lucas studierte Germanistik in Bamberg. Die Autorin hat inzwischen einige Liebesromane geschrieben. Die Bücher der Green Valley Reihe, die Cherry Hill Reihe sowie die Hawaii Love Reihe wurden zu Spiegel-Bestsellern. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Würzburg.

© Droemer Knaur GmbH & Co. KG

Inhalt

Nach drei Jahren in Berlin kehrt Lena für die Hochzeit ihrer besten Freundin nach Green Valley in die Rocky Mountains zurück, in der festen Annahme, ihrer großen Liebe Ryan nicht zu begegnen. Vor Ort stellt sich jedoch heraus, dass sie Tür an Tür mit ihm wohnt und während der Hochzeitsvorbereitungen eng mit ihm zusammenarbeiten muss. Dabei flammen alte Gefühle wieder auf und lassen sie beide überlegen, was aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit hätte werden können.

Gedanken zur Romance

Das Cover reiht sich nahtlos in die Reihe ein und ist mit den Glitzerelementen hübsch anzusehen. Der Farbschnitt ist dezent gehalten und mit seinen floralen Elementen richtig stilvoll, ohne zu überladen zu wirken.

Schon der Einstieg in die Geschichte berührt unheimlich. Man spürt Lenas Schmerz sofort, aber eben auch ihre tiefe Liebe zu Izzy und zu Green Valley. In Berlin wirkt sie wie entwurzelt – nicht wirklich sie selbst, sondern einfach nur unglücklich und vor sich hin lebend. Lilly Lucas geht unglaublich gefühlvoll mit diesem Herzschmerz um und zeigt eindrücklich, was das alles für Lenas Zukunft und eine mögliche neue Beziehung bedeutet. Auch wenn wir nicht hautnah miterlebt haben, wie tief Lena nach der Trennung mit Ryan gefallen ist, kann man es sich sehr gut vorstellen, weil wir ihn, Green Valley und seine Bewohner in den vorherigen Bänden längst ins Herz geschlossen haben. Dadurch entsteht eine ganz besondere Melancholie, die einen sofort packt. Und natürlich kriegt man beim Lesen direkt wieder Fernweh.

„Einen Rückfall kann man nur haben, wenn man etwas überwunden hat. […] Und das hast du nicht. Du hast es nur ausgehalten. […] Du hast weitergemacht. Überlebt. Aber überwunden hast du es nicht.“ (Seite 223)

Beim Wiedersehen mit Ryan wird dann genau das klar, was man sich schon gedacht hat: Der Heiratsantrag kam damals, als Lenas Visum auslief. Sie wollte aus Liebe heiraten, nicht aus bürokratischer Notwendigkeit, und Ryan fühlte sich gekränkt, weil er dachte, sie wolle sich nicht festlegen. Dass sie nach einem Jahr Fernbeziehung schließlich getrennt sind, lässt einen zwar kurz rätseln, warum sie das damals nie richtig aufgearbeitet haben, aber ich finde es unheimlich stark und absolut richtig, wie Lena sich entschieden hat. Gerade als Frau gerät man so schnell in eine ungewollte Abhängigkeit, und das tut keiner Beziehung gut, selbst wenn es absolut nicht böse gemeint ist.

Im Laufe der Geschichte wird es immer emotionaler, die ersten Tränen kullern und man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Zwischendurch ertappt man sich immer wieder bei dem Gedanken „Oh Gott, jetzt bitte nicht dies oder das…“ aber zum Glück umschifft die Autorin diese typischen Klischees oft, sodass man von übertriebenen Tropes verschont bleibt. Ein Glück, denn ich glaube, man ist von manchen gelesenen Geschichten da ein bisschen geschädigt!

Hatte ich anfangs noch vor allem mit Lena gelitten, zerreißt es einem das Herz, als sich auch Ryan endlich ein Stück weit öffnet. Man merkt, dass der Verlust von Lena bei ihm den Schmerz über den Verlust seiner Eltern wieder hochgeholt hat. Der Titel New Memories ist damit einfach so treffend gewählt – es geht um so viele Erinnerungen, schmerzliche wie freudige. Ein Satz hat sich mir dabei besonders eingeprägt:

„Du weißt doch, wie das ist mit den Orten, an die man schöne Erinnerungen hat. Sie führen einem auch immer vor Augen, was nicht mehr ist.“ (Seite 189)

Nachdem sich Ryan und Lena endlich wieder annähern, wird der Konflikt zwar kurzzeitig ein wenig anstrengend, da man ja weiß, dass sie einfach mal Klartext reden müssten. Was ich an Lilly Lucas‘ Büchern ohnehin am meisten liebe und schätze, ist dieses wohlige Gefühl und die Tatsache, dass sie am Ende eben keine völlig übertriebene, konstruierte Dramatik einfügt. Es ist einfach schön zu erleben, wie die Dinge in Green Valley ihren Lauf nehmen.

Nur ein kleiner Kritikpunkt am Rande: Dass am Ende mal wieder direkt eine Hochzeit ansteht, hat mich ein bisschen gestört. Muss denn immer alles darauf hinauslaufen? Gerade bei den beiden wäre es doch super spannend gewesen zu erfahren, wie sie ganz real zusammenleben und ihre Probleme im Alltag lösen.

Fazit

Vielleicht ist New Memories hin und wieder ein wenig vorhersehbar, mit kleinen Längen im Konflikt – und dennoch… Es ist Green Valley. Es sind die Menschen dort. Es sind die tiefen Gefühle, die einem zu Herzen gehen, einen in den Bann ziehen, nicht mehr loslassen und dieses ganz besondere Fernweh hervorrufen.

Lilly Lucas
New Memories
352 Seiten
ISBN 978-3-426-56275-8

*Vielen Dank an Lovelybooks und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.*

Das Buch mit dem bei mir alles begann:

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