Holly Miller: Ein letzter erster Augenblick. Blanvalet, München 2021

Eine zutiefst tragische Liebesgeschichte mit übernatürlichem Touch!

Eine Rezension über Ein letzter erster Augenblick von Holly Miller zu schreiben, ist wirklich nicht einfach. Der Autorin ist hier eine Geschichte gelungen, die mir immer noch nachhängt, denn die Gedanken kehren immer wieder zu Joel und Callie zurück, deren Liebe so tief ging und gleichzeitig überaus zerbrechlich war. Ich habe sehr gelitten, als ich dieses Buch gelesen habe und kann es nur jenen empfehlen, die starke Nerven habe und auch mit einem bittersüßen Ende zurecht kommen.

Die Autorin

Holly Miller ist gebürtige Engländerin und arbeitete nach ihrem Studium als Marketingleiterin, Redakteurin und Werbetexterin. Schon immer schrieb sie leidenschaftlich gerne Geschichten. Ein letzter erster Augenblick ist ihr Debütroman. Sie lebt mit ihrem Partner und ihrem Hund in Norfolk.

© Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

Inhalt

„Ist die Liebe stärker als ihr Schicksal?
Seit seiner Kindheit lebt Joel als Einzelgänger, der niemanden in sein Herz lässt. Nicht weil er das will – sondern weil er muss. Denn Joel hat Träume. Träume, die ihm die Zukunft der Personen zeigen, die er liebt. Oft weiß er schon Tage, Monate oder sogar Jahre im Voraus, was den Menschen um ihn herum passieren wird. Doch erzählen kann er es niemandem.
Callie träumt schon immer von den schönsten Orten dieser Welt, doch nach dem Tod ihrer besten Freundin lebt die junge Frau zurückgezogen und nimmt an den aufregenden Momenten des Lebens stets nur als stille Beobachterin teil. Das alles soll sich verändern, als sie Joel trifft und sich die beiden unsterblich ineinander verlieben.
Bis Joel von Callies Zukunft träumt …“ (Klappentext)

Kritik und Fazit

Das Cover ist wunderschön gestaltet. Hinter dem weiß geprägten Titel wachsen einzigartige und ganz unterschiedliche Blumen hervor. Diese spiegeln Callies Naturverbundenheit wieder. Das Ganze vor einem dunkellila Hintergrund, wirkt edel und liebevoll. Darunter sehen wir die Silhouetten von Joel und Callie, die sich voneinander weg bewegen und dennoch einander zugewandt sind. Auch hier wird bereits deutlich, wie schwierig die Liebe der beiden sein muss.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und so wird man von der ersten Seite an in die Geschichte gezogen und lernt sowohl Joel als auch Callie gleich näher kennen. Denn die Geschichte wird aus wechselnder Sicht von beiden Hauptprotagonisten erzählt. So tauchen wir auch sehr tief in die Gefühle beider ein und ich habe sie schnell lieb gewonnen.

Während Callie noch um ihre beste Freundin trauert und aufgrund dessen nicht den Absprung schafft, um sich beruflich zu verwirklichen und stattdessen im Café arbeitet, welches ihrer verstorbene Freundin gehörte, ist auch Joel in seinem Leben gefangen. Da er die Zukunft derer träumt, die er liebt, lässt er nur wenige Menschen an sich heran. Zu groß ist die Angst davor, zu träumen, wie er sie verlieren wird. Denn das ist ihm in seiner Kindheit zweimal passiert. Wirklich verarbeitet hat er dies nicht, da er keinen hatte, mit dem er über seine Probleme sprechen konnte. Nur zwei Menschen wussten davon, einer davon nahm ihn nicht mal ansatzweise ernst. Doch als Callie in sein Leben tritt ist er nicht mehr stark genug, sich im Verborgenen zu halten und so beginnt die zuckersüße aber auch tragische Liebesgeschichte der beiden.

Wie bereits am Klappentext ersichtlich, erwartet und ein schweres Schicksal, welches wir mit Callie und Joel erleben. Besonders Joels innere Zerrissenheit hat mich schwer getroffen. Er ist ein so herzensguter Mann, der eine Gabe hat, die für ihn immer nur eine Bürde darstellt. Immer, wenn er die Beziehung zu Callie in Frage stellt und Gründe nennt, die dagegen sprechen, hatte ich sofort Argumente im Kopf, die dafür sprachen. Doch jedes dieser Argumente hat die Autorin im Handumdrehen außer Kraft gesetzt, sodass ich mich irgend wann ziemlich zermürbt gefühlt habe und mich tatsächlich fragte, wieso ich diese so traurige Geschichte weiter lese, wo es mich doch selbst so sehr trifft. Doch ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht, ob Joel eine Lösung für seine Probleme findet, ob die Liebe zwischen ihm und Callie eine Chance hat. Zwischendurch entglitt mir Callie etwas, was aber zur Geschichte sehr gut passte.

Ein letzter erster Augenblick ist die zutiefst tragische Geschichte zweier Menschen, die einander lieben, deren Liebe aber unter keinem guten Stern steht. Ihre Geschichte hat mich innerlich zerrissen, in ein tiefes Loch geworfen, aus welchem man nur schwer wieder auftauchen konnte. Auch nach dem Beenden des Buches hing ich gedanklich der Geschichte weiter nach und vergoss erneut Tränen. Denn besonders Joel ist ein so toller Charakter, der diese schwere Bürde einfach nicht verdient hat.


Die Bewertung fällt mir hier unheimlich schwer. Auch wenn ich absolut überwältigt von der Geschichte war, so ist sie doch sehr zerstörerisch und das ist nicht für jedermann geeignet. Deshalb einen halben Stern Abzug.

Holly Miller
Ein letzter erster Augenblick
496 Seiten
ISBN 978-3-7645-0733-6

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